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Geschichten und Anekdoten rund ums Hüttewirteleben

Hier an dieser Stelle möchte ich Euch unseren Alltag etwas näher bringen.
Die beschriebenen Geschichten sind tatsächlich so passiert, und sollen Euch zum Schmunzeln bringen, so wie wir schmunzelten. Manche regen vielleicht auch zum Nachdenken an.
Auf jeden Fall wünschen wir Euch Spaß beim Lesen, und hoffen, dass Ihr ungeduldig auf weitere „G’schichtn“ wartet.
Anmerkung: Die Datumsangaben sind nicht aktuell – ich „sammle“ seit Jahren.




16.Juli.

Ich bin immer begeistert, wenn Kindern noch die guten, alten Benimmregeln nahe gelegt werden.

Oba maunchmoi is hoit ka Zeit dafia.

Folgendes wor deshoib afoch nur liab. Vor allem, wenn ma des Gsicht vom Buam gsehn hot.

Vater mit Sohn (vielleicht 8/9 Jahre) kommen herein.

Franzi: „ Grüß Gott.“

Vater: „ Grüß Gott.“ Und zum Bub gewandt: „ Wos sogst!?“

Bub mit verzweifelten Gsicht und leichter Panik in den Augen: „ Aufs Klo muass i!“




Und nun ein paar Beispiele für „perfekte Tourenvorbereitung“:

    Gast: „ Wie komm ich wieder zu meinem Auto?“

Ich: „ Wo steht es denn?“

Gast: „ Am Parkplatz!“

Ich: „ Ähm, is mir schon klar. Aber WO?“

Gast: „ Na unten.“

 

    Gast: „ Wir sind den Knappenhof-Weg rauf gegangen. Wie kommen wir wieder runter?“

 

    Gast: „ Wir sind vom Habsburg-Haus weg gegangen. Welcher Weg ist kürzer? Der Holzknechtsteig, oder oben drüber?“

Ich: „?????????. Ähm, wie?“

Gast: „ Na wir haben uns beim Habsburg-Haus getrennt. Wir sind oben drüber gegangen, und die anderen unten – so eine Art Klettersteig aber ohne Leitern quer die Wand entlang.“

Langsam dämmert mir, was sie meint.

Ich: „ Meinst  den Bismarksteig?“

Gast: „Ja ja!“

Ich: „ Ihr habt Euch beim Karl-Ludwig-Haus getrennt? Ihr seid über den Predigtstuhl, und die anderen den Bismark-Steig gegangen?!“

Gast: „ Ja, sag ich doch. Wir wollten uns hier treffen um den Haid-Steig zu gehen. Und jetzt weiß ich nicht, ob die anderen vielleicht schon gegangen sind, oder ob wir warten sollen.“

(Als die anderen endlich kamen -nach einer ganzen Weile-, stellte sich heraus, dass sie den Einstieg zum Bismark-Steig „verpasst“ haben, den Schlangenweg runter gegangen sind, dann aber „abgebogen“ und auf ein „Gams-Steigerl“ gekommen sind.)




14. Sep.2010:

Immer wieder hört oder liest man Klagen und Beschwerden über das schlechte Benehmen unserer Kinder und Jugendlichen. Aber selten oder nie, wenn das Gegenteil der Fall ist. Es ist mir daher sowohl Anliegen als auch Bedürfnis zu erzählen, was ich heute mit einer Klasse und deren Lehrern einer Sportmittelschule aus Wien 2 erlebte.

Ich hörte und sah noch lange nichts von den Kindern, als der Lehrer bei mir im Vorraum war, und sich erkundigte, ob es erlaubt ist, dass die Kinder ihre mitgebrachte Jause essen dürfen. (na klar, warum soll’ns net dürfen) Ich bat lediglich darum, dass sie den Müll nicht einfach wegwerfen, sondern entweder in die Mistkübel geben oder wieder mitnehmen. Als nächstes rief der Lehrer die Kinder zu sich vor die Hütte (Die haben tatsächlich einige Meter entfernt gewartet.), und erklärte ihnen, dass sie hier „zu Gast“ sind, und sich dem entsprechend benehmen sollen. An dieser Stelle war ich erstmals sprachlos (was nicht gerade oft vorkommt), da ich in meinen 12 Jahren hier noch nie erlebt habe, dass sich jemand als „zu Gast“ sieht. Die Kinder hörten ohne Gerangel oder Herumstoßen zu, und setzten sich danach an die Tische im vorderen Bereich. Einige der 22 Kinder kamen dann herein um sich etwas zu kaufen. JEDES der Kinder grüßte, und wusste um die Bedeutung der Worte „Bitte“ und „Danke“.

Ich habe ein solch freundliches und höfliches Benehmen selten erlebt – schon gar nicht von einer gesamten Klasse. Natürlich habe ich meine Freude darüber den begleitenden Lehrern mitgeteilt, die sich ihrerseits darüber freuten.

Nun möchte ich auch auf diesem Weg ein großes Lob und großen Dank aussprechen an die Kinder, die hier waren, und an die Lehrer und Schulleitung denen es wichtig ist Werte wie Respekt und Höflichkeit zu vermitteln  - und vorzuleben!



5.Sep. 2010

Es gibt Tage, an denen es schon mal vorkommt, dass die Kommunikation zwischen Gast und mir locker ist – der Schmäh rennt. Und zum Glück gibt es auch immer wieder Gäste, die „net grantig“ reagieren, sondern sich darauf einlassen.

Das sind Tage, an denen die Arbeit “ b’sunders vü Spaß mocht“.

 

Gast: „Hobt’s an Enzian?“

Ich: „Jo.“

( Pause, in der wir uns erwartungsvoll in die Augen schauen.)

Ich: „Wüst an?“

Gast: „Jooo.“

Ich: „Host jo net gsogt.“

 

Zwei junge Männer stehen vor mir – nicht zum ersten Mal an diesem Tag.

Junger Mann: „Müssen wir die Hüttengebühr noch einmal zahlen, wenn wir schon einmal etwas konsumiert haben?“

Ich: „Nein.“

Junger Mann: „Sind im Topfenstrudel Rosinen?“

Ich: „Nein.“

Junger Mann: „Gibt es Vanillesauce dazu?“

Ich: „Nein. – Kannst net amoi was fragen, wo i net „NEIN“ drauf sagen muss?“

Junger Mann: „Können wir zwei Topfenstrudel und einen Apfelstrudel haben?“

Ich: „Gerne. Wollts an Kaffee auch dazu?“

Junger Mann: „Nein.“




25.Juli :

Zwei junge Männer (dem Dialekt nach aus unserem nördlichen Nachbarland) kommen herein, studieren die Landkarte im Vorraum und fragen:„ Wo sind wir hier?“

Ich: „ Auf der Rax.“

Junger Mann: „Ja, ja, das wissen wir jetzt schon. Gestern haben wir uns nämlich verirrt.“

Ich: „ Aha.“

Junger Mann: „ Ja. Wir wollten auf die Rax. – Waren dann aber am Schneeberg.“

Ich (mit ungläubigen Blick): „ Des meinst jetzt oba net ernst?!“

Junger Mann: „ Doch, natürlich. Wir wollten eigentlich in das „Große Höllental“ und auf die Rax. Sind aber irgendwie gleich die „Weichtal-Klamm“ rauf. Naja, und als wir bei der „Kinthaler-Hütte“ waren, sind wir halt weiter auf’s „Klosterwappen“!“



17.7.:

Eine Frau kommt herein, und bestellt: „ Ein großes Soda, und ein Himbeer-Zitrone mit Leitung.“

Ich: „ Leitungswasser gibt es heroben nicht.“

Frau: „ Aber es steht doch „Soda mit Himbeer-Zitrone“!“

Ich: „ Ja eben. SODA mit Himbeer-Zitrone.“



 

4.7.2010:

So sollte es nicht sein!

Irgendwann mitten in der Nacht hörte ich Stimmen und Schritte zur Hütte kommen, was an und für sich nicht so ungewöhnlich ist, da immer wieder mal Leute eine Nachtwanderung machen.

Groß war meine Überraschung als ich früh morgens dann 2 Schlafsäcke am Hubschrauberlandeplatz liegen, und jede Menge Kleidung und sonstiges Zeug an der Vorderseite der Hütte hängen sah.

Die beiden Personen fanden es dann auch als selbstverständlich, dass sie keine 5 min. nachdem die Hüttentür offen war, nach Frühstück verlangten!

Hat es sich immer noch nicht herumgesprochen, dass auf der Rax Campieren verboten ist? Oder liegt es an der Arroganz der Leute?




19.Juni:

 

Ich unterhalte mich gerade mit einem Bekannten über einen Vogel, den ich kürzlich heroben gesehen habe (etwas größer als eine Amsel, schwarz mit weißem „V“ auf der Brust). Ein Gast kommt dazu.

Gast: „ Gibt es hier heroben leicht auch Vögel?“

(nach einer kurzen Pause)

Ich: „ Ja! Komische, Schräge, ...!“



4.Juni:

Ein Mann und eine Frau studieren die Tafel, auf der die Speisen  aufgeschrieben sind. Sie wirken unschlüssig.

Mann zu mir: „Was essen sie heute?“

Ich: „Griechischen Joghurt mit Honig?“

Mann mit einem Kopfschütteln: „Und das geben sie den Leuten?“

Ich: „Nein. Aber sie wollten ja wissen, was ICH heute esse.“



Mai:
Ein junges Paar steht vor mir. Sie bestellt eine Gulaschsuppe, er möchte Würstel mit Saft. Ich stelle die Suppe hin, sie schaut den Teller an, und  meint: " Hobt's ihr Semmeln a? Oda nur a Brot?"
Daraufhin er: " Naa. Sunst stangert jo "Würstel mit Semmel" und net  "mit Brot" !" 
 

Mai:
Gast: " Habt's an Apfelstrudel."
Ich: " Ja."
Gast: " Jööö! Mit Vanillesauce?"
Ich: "Nein. Im Winter hab ich wichtigere Dinge zu tragen als Milch für
Vanillesauce."
Gast: "Nein, das war keine Kritik.
Ich hab nur gemeint, dass es so fanatische Wirten gibt, die selbst
sowas essen."



Mai:
Ein Mann ruft an, und erkundigt sich nach den Wegverhältnissen.
Anrufer: "Sagen sie, wenn man mit der Seilbahn rauffährt und oben wandert - auch zu ihnen -, kann man da richtig wandern? Oder liegt Schnee?"
Ich: "Etwas Schnee liegt schon noch. Aber es ist sicher kein Problem auf dem
markierten Weg zu gehen."
Anrufer: "Der breite Weg zu ihnen. Ist der ausgeschaufelt? Oder mit der
Raupe ausgeschoben?"



1.Mai:
Ein Telefonanruf:
Anrufer: "Ich bin gerade auf ihrer Homepage."
Franz: " Ja?!"
Anrufer: " Da steht KEINE NÄCHTIGUNGSMÖGLICHKEIT."
Franz: " Ja?!"
Anrufer: " Heißt das, dass man bei ihnen nicht schlafen kann?"


9. Oktober:
Eine Dame hetzt herein, und bestellt.
Dame: "Eine Gulaschsuppe! Eine Würstelsuppe! Einen Apfelstrudel! Ein .......?
Was war der andere Strudel?"
Ich: "Topfenstrudel."
Dame: "Ach ja. Einen Topfenstrudel! Und ein.........?
Scheiße!"
Ich: "Des ham ma net."


Ende September:
Ich sitze mit Bekannten vor der Hütte in der Sonne.
Ein Mann, der mich bereits nach dem Weg zum Waxriegelhaus gefragt hat, kommt beim Weggehen her und fragt: " Geht hier ein Steig auf die Rax?"

1.September:

Es ist ein wunderschöner, warmer Tag. Sehr viele Wanderer sind unterwegs,

und kommen hungrig und durstig zur Hütte. Wir tun, was wir können. Aber manchmal dauert es halt ein paar Minuten,
und irgendwann geht die eine oder andere Speise aus. Manche werden darüber ungehalten –
der Großteil unserer Gäste hat dafür allerdings Verständnis.

Ein Mann, der schon länger angestellt ist verfolgt das Geschehen.
Als er an der Reihe ist sagt er zu mir: „ Das bei Euch ist ja fast wie Kino!“

Woraufhin ich fragte: „ Meine, oder Deine Seite der Budel?“

 

1.September:

Ein Mann bestellt einen Schweinsbraten.

Plötzlich eine Stimme aus dem Hintergrund (eine Dame; sie kennen sich anscheinend): „ Isst gar kein Kinderschnitzerl?“

Mann: „ Nein, ich hab heute noch keine Kinder getroffen.“


19. August:
Eine Frau kommt herein, und hält mir eine Schüssel entgegen.
Frau: „Kann ich Wasser für meinen Hund haben?“
Ich: „Hinter den Haus ist ein Wassertank, und auch eine Schüssel.“

Frau: „Das kann mein Hund nicht trinken. Da schwimmt eine tote Fliege drin.“

 

8. August:
Ein Pärchen wartet im Vorraum darauf, dass es zu Regnen aufhört.
Zum „Abschluss“ wollen sie noch ein Schnapserl.
Mann: „ 2 Lärcherl bitte.“
Ich: „ Groß oder klein?“
Mann: „ Was ist denn besser?“

17.Juli:
Es ist seit Tagen heiß – sehr heiß.
Wer nicht ins Bad oder am See geht, flüchtet in die Berge wo es doch etwas kühler ist.
So auch heute.
18:45    Zwei Haid-Steig-Geher kommen und bestellen zu essen und trinken.
Ich wärme das Essen und bring es raus.
Mann: „Na, ist heute gar nichts los?“

14.August:
Ich belausche ein Gespräch zwischen zwei Gästen.
Die eine Dame isst Linsen.
Dame: „ Die Linsen sind gut. Die sind sicher mit den wilden Kräutern gewürzt, die da überall wachsen.“

14. Oktober:
Eine Frau bestellt Grammelknödel mit Sauerkraut.
Frau: „Sind die Grammelknödel warm?“

17. Oktober:
Eine Dame kommt herein und bestellt Grammelknödel mit Krautsalat.
Dame: „Den Bratensaft darüber aber bitte nicht zu fett.“






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